 Als V-3 (Vergeltungswaffe 3) wurde das Projekt einer deutschen Mehrkammerkanone mit einer geplanten Reichweite von 160 km zum BeschieBen von London bezeichnet Die Konstruktion der Kanone erfolgte im Jahr 1942. Ein Jahr spater begann man mit den praktischen Versuchen in den Versuchsanstalten Hillersleben bei Magdeburg und in Zaiesie bei Miedzyzdroje (Misdroy). Die Versuche mit der V-3 dauerten bis zum Februar 1945, dann brach man die Tests ab. Einige fertiggestellte Ausfuhrungen der Mehrkammerkanonen benutzte man auf der Westfront und bei der deutschen Offensive in Ardennen. Trotz des Scheitems des Gesamtprogramms erwies sich die Konstruktion von V-3 als ein sehr interessantes Gebilde. Ihre Entstehungsgeschichte reicht bis ins XIX. Jh. hinein. Interessant ist es auch, dass die Idee, eine Mehrkammerkanone zu bauen, nicht mit dem Fall des III. Reiches gestorben ist.
Geschichte des Projekts
Die Idee, eine Mehrkammerkanone zu bauen, in der das Geschoss unter dem Druck der Pulvergase aus vielen Ladungskammern verschossen werden sollte, war keine deutsche Erfindung. Bereits im Jahre 1878 bearbeitete der franzosische Ingenieur Perreaux das Projekt einer Hinterladekanone, die zusatzlich mit 8 Ladungskammern ausgestattet war. Die Haupttreibladung sollte in der Hauptkammer der Kanone gezundet werden. Das sich im Kanonenrohr durch den Druck der Haupttreibladung bewegende Geschoss zundete die zusatzlichen Seitentreibladungen. Dadurch wurde eine grosse Anfangsgeschwindigkeit des Geschosses erzielt. Der Vorteil solch einer Kanonenkonstruktion sollte eine sehr grofte Reichweite, der Nachteil jedoch riesige Druckwerte im Rohr sein. Dieses Problem konnte von damaliger Technik nicht uberwaltigt werden. die Forschungen wurden abgebrochen. Das Proiekt von Inaenieur Perreaux wurde auf der Intemationaler Weltausstellung in Paris
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